Ergonomie in der Küche

Ergonomie in der Küche

So wird Ihre neue Küche ergonomisch und alltagstauglich

Ein großer Teil der täglichen Hausarbeit findet in der Küche statt. Darum ist es wichtig. dass die Küche nicht nur unseren ästhetischen Ansprüchen genügt, sondern dass sie sich langfristig im Alltag bewährt. Dabei ist Ergonomie ein besonders wichtiger Gesichtspunkt.

Nun können Sie die Punkte auf Ihrer Liste nach Wichtigkeit ordnen. Wir empfehlen die Vergabe von Punkten. Sie können die Stichpunkte aber auch durchnummerieren.

Was bedeutet Ergonomie in der Küche?

Ganz allgemein gefasst ist Ergonomie die Lehre von den Gesetzmäßigkeiten (Nomos) der Arbeit (Ergos). Ihre Aufgabe ist es, ideale, der Anatomie des Menschen in bester Weise entsprechende Arbeitsbedingungen zu definieren und herzustellen. Ideal in Bezug auf die Gesundheit – Stichwort: Rückenschonendes Arbeiten – und hinsichtlich der zentralen Arbeitsabläufe. Anatomie – insbesondere die Körpergröße – und persönliche Vorlieben sind demnach entscheidende Faktoren sind und können sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden. Daher kann nur eine individuell geplante Küche langfristig Ihren ergonomischen Bedürfnissen gerecht werden.

Geräteeinbau in Arbeitshöhe | Foto: Schüller

Es ist wichtig, einen Budgetrahmen zu definieren, bevor es an die Detailplanung geht.

Die Optimale Arbeitshöhe

Ein grundlegender Ergonomie-Faktor ist die optimale Arbeitshöhe. Diese wurde früher in Abhängigkeit zur Körpergröße ermittelt. Mittlerweile ist man jedoch zu einem präziseren Verfahren übergegangen: Heute orientiert man sich am Abstand des angewinkelten Ellenbogens von der Arbeitsplatte. 10 bis 15 Zentimeter gelten als optimal. Erzielt wird die Arbeitshöhe durch eine Abstimmung von Sockelhöhe, Korpushöhe und Arbeitsplattenstärke, wobei folgende Faustregel gilt: In Anbetracht des Stauraums ist stets der größtmögliche Korpus zu wählen. Wer das ergonomische Optimum sucht, sollte sich jedoch nicht pauschal auf eine Arbeitshöhe festlegen. Je nach Bereich und Tätigkeit sind andere Bezugspunkte sinnvoll. So sollte das Kochfeld idealerweise so weit abgesenkt werden, dass der Abstand vom Ellenbogen zum oberen Topfrand gemessen wird. Das sorgt für guten Überblick und angenehmes Umrühren. Der Spülbereich sollte dagegen eher höher liegen. Hier gilt der Boden des Spülbeckens als Bezugspunkt. So müssen Sie sich nicht bücken, um tief hinein zu greifen. Zusätzlich kann es durchaus sinnvoll sein, einen Sitzarbeitsplatz einzuplanen. Dies kann insbesondere bei längeren Schneidearbeiten eine ungemeine Entlastung sein. In besonders hoch geplanten Küchen empfiehlt sich zudem eine kleine Trittleiter, um bequem an die obersten Fächer der Ober- und Hochschränke zu gelangen.

Workflow-orientierte Struktur

Wenn es um die Arbeit in der Küche geht, hat jeder seine individuellen Vorlieben und gestaltet seine Arbeitsabläufe ein wenig anders. Darum steht bei der ergonomischen Strukturierung der Küche der eigene Workflow im Vordergrund. Welche Tätigkeiten führen Sie in mit welcher Häufigkeit in Ihrer Küche aus und in welcher Reihenfolge? Bei der Planung analysieren wir gemeinsam Ihre Anforderungen an Ihre Küche und entwickeln eine Struktur für optimale Arbeitsbedingungen: Kurze Wege, eine intuitive Anordnung der Komponenten und bequeme Handhabung stehen im Zentrum. Wenngleich die Details allein bei der individuellen Beratung festgelegt werden können, gibt es grundlegende strukturelle Überlegungen, die als Basis für eine grobe Strukturierung Ihrer Küche dienen können. Hier hat sich die Einteilung in fünf Zonen bewährt:

Vollauszüge bieten jede Menge Stauraum | Foto: Schüller

1. Vorratszone

Wie der Name schon sagt, werden in der Vorratszone Lebensmittelvorräte aufbewahrt. Üblicherweise finden sich hier Hochschränke mit geräumigen Auszügen sowie Kühl- und Gefriergeräte. Dieser Bereich wird gerne nahe der Vorbereitungszone  angelegt, sodass schneller Zugriff auf Zutaten gewährleistet ist.

Aufbewahrungszone mit Tablarauszügen | Foto: Schüller

2. Aufbewahrungszone

In der Aufbewahrungszone werden Kochutensilien und Geschirr untergebracht. Je nach Küchenlayout kann es sinnvoll sein, zwei Aufbewahrungszonen einzurichten. Eine mit Töpfen, Pfannen und anderen Kochutensilien nahe dem Herd und eine für Teller, Tassen, Gläser und Besteck, die eher dem Essbereich zugewandt ist.

Kochendes Wasser direkt aus dem Hahn | Foto: Quooker

3. Spülzone

Hier werden üblicherweise Geschirrspüler, Spülbecken und Putzutensilien untergebracht, sodass eingeweichtes oder vorgespültes Geschirr direkt in die Spülmaschine gegeben werden kann. Dies ist meist auch hinsichtlich der Wasseranschlüsse am sinnvollsten. Vorteilhaft ist außerdem die räumliche Nähe zur Aufbewahrungszone. Dies ermöglicht ein schnelles, unkompliziertes Verräumen des gespülten Geschirrs.

Foto: Schüller

4. Vorbereitungszone

Die Vorbereitungszone wird gerne direkt neben der Kochzone angelegt und bietet ausreichend Platz zum Schneiden oder anderweitigen Vorbereiten der Kochzutaten. Es empfiehlt sich hier eine Breite von mindestens 120 cm. Für viele ist sie das Zentrum der Küche und es gibt auch gute Argumente dafür, diesen Bereich möglichst zentral zu positionieren, sodass insbesondere Aufbewahrungs- und Vorratszone gut erreichbar sind. Sofern ein Sitzarbeitsplatz angedacht ist, empfiehlt es sich, ihn in dieser Zone anzulegen. Beliebt ist eine Ausführung als Theke. Elektrische Anschlüsse für Küchenkleingeräte und ein großes Schneidebrett sind ebenfalls sinnvolle Features. Allgemein handelt es sich bei der Vorbereitungszone um den Bereich, dessen Gestaltung am stärksten von Ihren persönlichen Vorlieben abhängt.

Foto: Schüller

5. Koch- und Backzone

Die Kochzone beinhaltet in der Regel das nach ergonomischen Gesichtspunkten idealerweise abgesenkte Kochfeld sowie ein Abzugssystem. Im klassischen Layout wird der Backofen darunter installiert. Wesentlich ergonomischer und in modernen Küchen üblicher ist es jedoch, den Backofen gegenüber oder daneben auf Arbeitshöhe zu installieren. So wird unter dem Kochfeld praktischer Stauraum für Töpfe, Pfannen, Bräter und ähnliches erschlossen, während unter dem Backofen Bleche und Formen aufbewahrt werden können.

Ist die 5-Zonen-Struktur immer die beste Lösung?

Die Anordnung der Zonen hängt neben Ihrem Workflow natürlich auch vom grundlegenden Layout Ihrer Küche ab: In L-Küchen und Küchenzeilen ist die Abfolge meist linear, während Inselküchen eine gegenüberliegende Anordnung einiger Bereiche nahelegen. Es muss außerdem betont werden, dass die fünfteilige Basisstruktur zwar das gängigste Konzept, aber nur eine Empfehlung darstellt. Je nach individuellen Vorlieben kann es sinnvoll sein, mehrere Vorrats- und Aufbewahrungszonen jenen Zonen zuzuordnen, in denen sie direkt benötigt werden. Oder Sie strukturieren Ihre Küche den häufigsten Zubereitungen entsprechend. So kann für einen leidenschaftlichen Teetrinker eine Tee-Zone mit Vorrat, Geschirr und Wasserkocher eine durchaus sinnvolle strukturelle Einheit sein.

Praxisorientierte Ausstattung

Bei Ausstattung im Küchenbereich denkt jeder zunächst an Einbaukühlschränke, Kochfelder, Geschirrspüler und dergleichen. Küchenausstattung geht aber weit über solch grundlegende Komponenten hinaus und ergonomische Ausstattung endet keinesfalls bei der Ermittlung einer optimalen Einbauhöhe für Kochfelder.

Optimale Raumnutzung bei maximaler Praktikabilität | Foto: Blum

Foto: Schüller

1. Ergonomische Geräteanordnug

Die Installation von Backöfen oder Geschirrspülern in bequemer Arbeits- und Sichthöhe ist mittlerweile wieder Gang und Gäbe. Tatsächlich wurden die ersten Gasbacköfen für den Hausgebrauch nämlich auch auf diese Weise verbaut. Erst die Kombinationsgeräte mit Kochfeld haben dafür gesorgt, dass der Backofen unter die Arbeitsplatte verbannt wurde. Von dieser Entscheidung nimmt man heute wieder Abstand, sodass der Backofen zu seiner alten Einbauhöhe zurückkehrt. Doch auch darüber hinaus sollte jeder Aspekt Ihrer Küche in Bezug auf Ergonomie bewertet werden. So kann und sollte beispielsweise die Auswahl des Abzugssystems zumindest teilweise nach ergonomischen Gesichtspunkten erfolgen: So sollte unbedingt gewährleistet sein, dass dieses eine gesunde Körperhaltung beim Kochen gewährleistet. Zu niedrig angebrachte oder zu weit herausragende Abzugshauben sind zu vermeiden. Sinnvolle Alternativen sind Flächenabzugssysteme, Tisch- oder Deckenlüftungen.

Mit Faltklappen kommen Sie aus jeder Richtung gut an Ihre Oberschränke.

Faltklappe für optimalen Zugriff | Foto: Blum

2. Auszüge und Klappen statt Drehtüren

Ebenfalls ergonomisch sinnvoll ist der Verzicht auf Drehtüren bei Vorrats- und Aufbewahrungsschränken. Stattdessen sind bis etwa zur Brusthöhe Auszüge das System der Wahl. Vollauszüge bieten nicht nur jede Menge Stauraum, sondern auch einen guten Überblick, ohne dass Sie sich bücken oder in die Hocke gehen müssen. So wird Ihr Rücken langfristig geschont. Wer auf eine möglichst fugenlose Optik Wert legt, dem seien hier Falttüren zum Verbergen ungenutzter Auszüge nahegelegt. Oberhalb der Brust haben Klappen und Faltlifttüren den gleichen Vorteil gegenüber Drehtüren. Sie gleiten nach oben und können aus jedem Winkel bequem geöffnet werden.

Tip On ist überaus praktisch, wenn man die Hände voll hat.

Integrierter, ausfahrbarer Tritt | Foto: Blum

3. Ergonomische Beschlagslösungen

Anschlagsdämpfung an allen Türen, Klappen und Auszügen tragen nicht nur dazu bei das Leben Ihrer Küche zu verlängern. Auch in Bezug auf Ergonomie und Workflow ist es sehr hilfreich, diese schwungvoll schließen zu können, ohne Schäden zu riskieren. Sie würden sich wundern, was diese Selbstverständlichkeit für einen Unterschied bei der täglichen Handhabung Ihrer Küche macht. In bestimmten Fällen ist es zudem sinnvoll, über alternative Öffnungsmechanismen nachzudenken. So ist Tip On keinesfalls nur die Konsequenz des ästhetischen Konzepts einer grifflosen Küche. Die Funktion kann auch zur Ergonomie beitragen. So können Sie zum Beispiel durch einen sanften Druck mit Knie oder Fuß einen Auszug öffnen, wenn Sie die Hände voll haben. Gerade beim Müllauszug kann das sehr nützlich sein. Neben der mechanischen Tip On-Funktion für Türen, Auszüge und Klappen gibt es auch vollautomatische elektrische Öffnungs- und Schließsysteme, die für zusätzlichen Komfort sorgen und langfristig auch mit einem Sprachassistenten oder Ihrem Smart Home-System verknüpft werden können. Insbesondere für kompakte Küchen, die keine Unterteilung in Zonen mit verschiedenen Arbeitshöhen zulassen oder für Familienküchen, in denen deutliche Größenunterschiede zwischen den Nutzern üblich sind, können Lift- und Hebesysteme hilfreich sein, die eine individuelle Anpassung der Arbeitshöhe zulassen. Eine ähnliche Aufgabe übernehmen in die Sockelleiste oder den untersten Auszug integrierte, ausfahrbare Tritte. Diese ermöglichen außerdem ergonomischen Zugriff auf hoch gelegene Schrankfächer.

Die 10 wichtigsten Tipps für eine ergonomische Küche auf einen Blick

  1. Die optimale Arbeitshöhe unterscheidet sich je nach Arbeitsbereich.
  2. Die Küchenstruktur sollte sich komplett nach Ihrem Workflow richten.
  3. Die 5-Zonen-Struktur ist ein sehr guter Ausgangspunkt für die individuelle Planung.
  4. Ein Sitzarbeitsplatz sorgt für maximale Ergonomie bei langen Vorbereitungen.
  5. Mit einem Tritt erreichen Sie bequem die höchsten Schrankfächer.
  6. Einbaugeräte wie Backofen und Geschirrspüler in bequemer Arbeits- und Sichthöhe schonen den Rücken.
  7. Vollauszüge und Klappen statt Drehtüren sorgen für optimalen Zugriff.
  8. Es ist wichtig, das richtige Maß zwischen kurzen Wegen und ausreichend Abstand zu finden.
  9. Anschlagsdämpfung und Öffnungssysteme erleichtern alltägliche Handgriffe.
  10. Bedenken Sie in Familienküchen die unterschiedlichen Körpergrößen.

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