Küchentrends 2018: Gastronomieniveau für zu Hause

Die spannenden Küchentrends für 2018 bilden den Abschluss unseres Messeberichts von der Mailänder Möbelmesse. Die Salone del Mobile Milano ist die größte Möbelmesse der Welt und da die italienischen Designer oft eine Vorreiterrolle in der Innenarchitektur einnehmen, lassen sich hier bereits die Trends entdecken, die sich erst im Laufe der kommenden Jahre hierzulande durchsetzen werden.

Natürlich gab es auf der Messe nicht nur Küchen zu sehen: In Teil 1 unseres Berichts finden Sie unsere Auswahl der spannendsten Wohntrends, in Teil 2 haben wir uns auf die Badezimmertrends für 2018 konzentriert. Die Küchentrends bilden gewissermaßen den krönenden Abschluss unserer Berichterstattung von der Salone del Mobile Milano 2018.

Die allgemeine Tendenz, die wir hier beobachten konnten, zeichnet sich insbesondere durch zwei Aspekte aus, die für sich genommen gegensätzlich scheinen. Tatsächlich ergänzen sie sich aber ausgezeichnet. Einerseits nämlich tendiert das Design der Ausstellungsstücke immer mehr zur Wohnlichkeit. Nicht nur durch die für Italien generell übliche Tendenz zu angenehm dunklen Hölzern. Es ist gerade die Detailverliebtheit und die Wahl angenehmer Materialien als Oberflächen, die diesen Küchentrend ausmacht. Andererseits ist Professionalität angesagt. Vom Weinklimaschrank bis zum Kräutergarten finden sich zahlreiche gastronomietypische Komponenten. Und natürlich macht auch die Digitalisierung nicht vor der Küche halt.

Eiche, Aluminium und der Kräutergarten direkt über den Köpfen der Messebesucher. Das sind nur einige der Küchentrends für 2018.

Die Küche wird zum Wohnbereich

Es ist genau genommen kein wirklich neuer Trend. Bereits im Laufe der letzten Jahre konnten wir diese Entwicklung beobachten: Nicht nur in ausladenden Wohn-Ess-Bereichen mit angrenzender Küche, sondern auch in deutlich kompakteren Raumsituationen nähert sich das Interior Design von Küchen immer mehr der Innenarchitektur des Wohnbereichs an. Dieser Küchentrend erhält 2018 aber eine neue Qualität.

Erstmals entdecken wir Schranksysteme, die so konzipiert sind, dass Sie durch Konfiguration der Komponenten an die Erfordernisse von Küche oder Wohnbereich angepasst werden können. Der Unterschied zwischen Kleider- und Küchenschrank zeigt sich in manchen Fällen nur noch im Inneren. Und das ist eine ziemlich klare Ansage. Dazu kommt die Detailtiefe der wohnlichen Aspekte: Einige Schrankeinheiten sind sogar so konzipiert, dass sie gezielt das Raumbild beeinflussen, wenn sie geöffnet werden. Eine Eigenschaft, die bislang in Küchen wenig Beachtung fand.

Solche Details verpflichten jedoch auch zu einer entsprechenden Gestaltung des Innenraums der Küchenschränke. Hier bestimmen Schubkastensysteme das Bild. Diese sorgen für zusätzliche Struktur und lassen den Schrank auch offen aufgeräumt wirken. Sogar Besenhalter und ähnliche Beschläge genügen höchsten Designansprüchen.

Die Must-Haves in der Premiumküche 2018

  • Flächenabzugssystem
  • Arbeitsflächen aus Stein
  • Designer-Griffe und passende Beschläge
  • Indirekte Beleuchtung
  • Durchdachtes Schranksystem
  • Weinklimaschrank
  • Kräutergarten
  • Fleischreifeschrank

Küchentrends direkt aus der Gastronomie

Dass die Küche wohnlicher wird steht Professionalität keinesfalls im Wege. Die beginnt bereits bei der Auswahl von Materialien. Auf der Möbelmesse fanden sich hauptsächlich Arbeitsplatten aus Stein. Diese sind in der Gastronomie schon lange beliebt. Immerhin sind sie robust, hygienisch und absolut elegant. Kein Wunder also, dass die logische Wahl für die Gastronomieeinrichtung früher oder später zum Küchentrend für zu Hause werden musste.

Wesentlich aufsehenerregender sind jedoch die übrigen Küchentrends, die man bisher fast nur in guten Restaurants finden konnte. Weinklimaschränke gewinnen zwar schon etwas länger an Popularität, waren aber definitiv noch nie so präsent in Wohnküchen. Die ausgestellten Schranksysteme integrieren kompakte Versionen in die Einbauküche, sodass der Weinschrank sich perfekt zwischen Kühl- und Vorratsschrank fügt.

Ebenfalls auf Privatausbau-Maßstab herunterskaliert und in die Küchenzeile integriert werden Kräutergärten. Ja, Sie haben richtig gehört. Sie können in Ihrer Küche ein mehrstöckiges Gewächshaus oder frei hängende Pflanzkästen samt Bewässerung und UV-Lampen unterbringen. In einer Flucht mit Einbaugeräten und Stauraum.

Das absolute Highlight und ein Novum für unsere Begriffe war allerdings ein voll integrierter Fleischreifeschrank. Wer hat noch nicht davon geträumt, seinen eigenen Serrano-Schinken, Luftgetrocknete Salami oder Dry-Aged Beef adäquat in seiner heimischen Küche zu lagern? Dieser Küchentrend macht es möglich.

Technologie für die Smarte Küche

Die Küche ist vermutlich der Bereich einer Wohnung, der schon am längsten auf Technologie setzt. Das Ende der Entwicklung und Optimierung ist auch hier jedoch noch lange nicht erreicht. Die Küchentrends 2018 im Bereich Technologie und Elektronik setzen sich zusammen aus Weiterentwicklungen altbekannter Geräte und der Implementierung von Elektronik im Zeichen des Smart Home.

Das Non-Plus-Ultra ist das Flächenabzugssystem. Dabei handelt es sich nicht um eine Neuheit per se. Es scheint vielmehr, als seien sich die Aussteller nun einig: Flächenabzüge sind der neue Standard in der zeitgemäßen Küche. Das zeigt sich auch in der Pluralität der Hersteller. Wo bislang BORA als Platzhirsch galt, drängen jetzt ebenfalls bekannte Hersteller wie Gutmann und Miele auf den Markt. Das sorgt für gesunde Konkurrenz und damit vermutlich auch zu Preiskämpfen, die dem Geldbeutel des Verbrauchers zugute kommen. Auch wenn Premium-Hersteller BORA in Sachen Design klar die Nase vorne hat.

Moderne, dynamische Lichtsteuerung ist in den Küchentrends ebenso vertreten wie in Wohnbereich und Badezimmer. Die Entwicklungen auf diesem Gebiet und die fortschreitende Vernetzung integraler Bestandteile des Wohnraums tun dabei Ihr übriges. Die Küche ist vermutlich das Erste, das viele in ihr Smart Home-Netzwerk integrieren würden: Da kann man die Beleuchtung ja auch direkt mit einbinden. Dennoch: Endlich von unterwegs aus nachsehen können, ob man den Herd angelassen hat? Das erspart eine Menge Stress.

Ein ähnliches Motiv wie im vorigen Beispiel liegt dem letzten Küchentrend für das Smart Home-Zeitalter zugrunde, den wir Ihnen vorstellen möchten: Sogenannte Fridgecams erlauben Ihnen, bequem von unterwegs aus den Inhalt Ihres Kühlschranks zu überwachen. Es handelt sich um Kamerasysteme, die an Ihr WLAN-Netzwerk gekoppelt sind. Auf deren Bilder können Sie von überall aus zugreifen, wo Sie eine Internetverbindung haben.

Selbstredend gibt es dieses Patent auch für Vorratsschränke. Das bedeutet vielleicht das Ende des Einkaufszettels. Auf jeden Fall werden Spontaneinkäufe damit deutlich effizienter. Manche Systeme erlauben dem System sogar, automatisch Artikel online nach zu bestellen. Dafür muss jedoch eine strikte Lagerordnung eingehalten werden. In jedem Fall wird es aber interessant, die weitere Entwicklung dieses Küchentrends zu beobachten.

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