Zwei Tage voller Küchen-Inspiration & Neuheiten
Auch in diesem Jahr haben wir uns wieder auf den Weg nach Ostwestfalen gemacht. Zwei Tage lang standen die area30, die Hausausstellungen unserer Hersteller und jede Menge neue Produkte, Materialien und Konzepte auf dem Programm.
Dabei interessiert uns vor allem, wohin die Metatrends gehen und welche Entwicklungen für unsere tägliche Arbeit relevant werden. 2026 standen dabei vier Themen besonders im Mittelpunkt: Lichtplanung, intelligente Geräte, wohnraumübergreifende Möbelkonzepte und Digitalisierung.
Wir haben genauer hingeschaut und unsere Highlights für Sie zusammengestellt.

BORA: Eine ganze Gerätewelt
Bei BORA war die Entwicklung besonders deutlich. Der Hersteller erweitert sein Portfolio um mehrere neue Gerätekategorien und positioniert sich zunehmend als Anbieter einer kompletten Premium-Gerätewelt für die Küche.
Mit den BIG4 bringt BORA gleich vier Neuheiten auf den Markt, die unterschiedliche Bereiche der Küche abdecken.

Fünf Kochzonen: BORA X Pure Max
Das BORA X Pure Max erweitert das bekannte Kochfeldabzugskonzept um eine fünfte vollwertige Flächeninduktions-Kochzone im hinteren Bereich. Bedient wird das System über ein 5-Zoll-Touchdisplay, optional können Bedienknebel ergänzt werden.
Dazu kommen acht BORA Assist-Funktionen, die in Verbindung mit geeignetem Kochgeschirr genutzt werden können.
BORA X Pure Max wird bereits im Oktober 2026 verfügbar sein.

Dampf & Heißluft: BORA Oven Steam
Der BORA Oven Steam ist als Ergänzung zum beliebten X BO gedacht verbindet Backen und Dämpfen und ermöglicht darüber hinaus Kombigaren, Airfryen und Regenerieren.
Besonders praktisch für die Küchenplanung ist der Wassertank statt eines Festwasseranschlusses. Dadurch lässt sich das Gerät besonders flexibel in unterschiedliche Küchen integrieren.
Mit 64,7 Litern Garraum und drei Ebenen richtet sich der Oven Steam dabei nicht nur an Fans des Dampfgarens, sondern soll eine möglichst breite Palette an Zubereitungsarten abdecken.

Jetzt wird auch gespült: BORA Dish
Mit dem BORA Dish betritt BORA ein komplett neues Gerätesegment.
Der Geschirrspüler nutzt die Zeit des Einräumens bereits zum Vorheizen und kann unter den von BORA definierten Voraussetzungen ein 10-Minuten-Programm inklusive Trocknung durchführen.
Damit erschließt BORA einen weiteren Kernbereich der Küchenplanung: Die Spülzone.

Kühlschrank wird Kühlraum: BORA X Fridge Max
Am weitesten in die Zukunft blickt BORA mit dem X Fridge Max.
Das Konzept soll deutlich mehr Kühlvolumen auf vergleichbarer Grundfläche schaffen.
Wichtig ist hier allerdings die Einordnung: Der X Fridge Max ist aktuell ein Designkonzept und noch nicht zum Verkauf bestimmt.
Trotzdem ist der Blick darauf interessant, weil er zeigt, wohin BORA seine Gerätewelt entwickeln möchte.

BORA bei Hammer Margrander Interior
Als langjährige überzeugte BORA-Partner ist es für uns eine hervorragende Neuigkeit, dass auch in Zukunft mit einem Ausbau des Produktangebots zu rechnen ist. Dabei ist bemerkenswert, wie gezielt der Hersteller seine Innovationen in neuen Teilbereichen platziert.
Für viele ist BORA noch immer synonym mit dem Kochfeldabzug. Uns ist es jedoch ein Anliegen, dass die komplette Gerätewelt für Sie bei uns erlebbar ist. Die neuen Produkte – insbesondere X Pure Max, Oven Steam und Dish – wollen wir daher schnellstmöglich auch in unsere Ausstellung integrieren.
So können Kund:innen die Entwicklung nicht nur im Katalog verfolgen, sondern die Geräte tatsächlich erleben. Natürlich inklusive Zubehör wie beispielsweise den optimal auf Gerätespezifikationen und Assist-Funktionen abgestimmten BORA Pots und Pans.

V-ZUG: Induktion unter der Arbeitsfläche
Bei V-ZUG hat uns in diesem Jahr vor allem eines besonders interessiert: Das CookTop V6000 Integra.
Die Idee dahinter ist radikal reduziert. Die Induktion befindet sich unter einer durchgängigen mineralischen Arbeitsfläche und ist im ausgeschalteten Zustand nahezu unsichtbar. Ein Konzept, das wir bislang nur bei Gaggenau gesehen haben.
Arbeitsfläche, Kochbereich und je nach Gestaltung auch ein angrenzender Tisch können dadurch optisch zu einer zusammenhängenden Oberfläche werden.
Bedient wird das Kochfeld über ein haptisches Bedienelement. Ein LED-Rahmen macht die Kochzone sichtbar, ohne die durchgängige Oberfläche physisch zu unterbrechen.
V-ZUG gibt damit einen Ausblick auf ein Produkt für 2027 und bestärkt gleichzeitig eine Entwicklung, die wir im Premiumbereich zunehmend sehen: Technik muss nicht mehr unbedingt sichtbar sein, um präsent zu sein.
Daneben bleibt V-ZUG für uns vor allem bei CombiSteamer- und Dampfgarlösungen interessant – insbesondere für hochwertige, reduzierte Küchenkonzepte.
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Schüller rückt Licht in den Fokus
Bei Schüller ist LumiQ, gemeinsam mit Häfele entwickelt, eine der interessantesten Neuheiten.
Das Lichtsystem verbindet verschiedene Beleuchtungslösungen innerhalb eines Planungssystems. Dazu gehören unter anderem:
- Arbeitslicht unter Oberschränken
- Innenbeleuchtung von Auszügen und Schränken
- Paneelbeleuchtung
- Frame-Rack-Beleuchtung
- Deckenfluter
- Beleuchtung von Living-Elementen.
Der LumiQ-Lichtplaner lässt sich in verschiedene Planungsprogramme integrieren. Damit kann Licht früher und strukturierter in die Küchenplanung einbezogen werden.
Gerade bei hochwertigen Küchen spielt das eine wichtige Rolle: Licht beeinflusst Funktion, Atmosphäre und die Wirkung von Materialien.

61 Zentimeter, die einen Unterschied machen
Eine zweite Neuheit bei Schüller ist auf den ersten Blick weniger spektakulär, für die tägliche Planung aber mindestens genauso interessant: Die neue Korpustiefe von 61 Zentimetern.
Die zusätzlichen fünf Zentimeter schaffen mehr Stauraum und Arbeitsfläche und bieten gleichzeitig mehr Spielraum für bestimmte technische Lösungen. Besonders interessant ist das bei Vorwandinstallationen, Muldenlüftern, Wasseraufbereitung und Leitungsführungen.
Schüller gibt durch die zusätzliche Tiefe rund zehn Prozent mehr Stauraum an. Ein Feature, auf das wir in Zukunft bei der Planung definitiv zurückgreifen werden. Es ist immer erfreulich, wenn bewährte Systeme um sinnvolle Optionen ergänzt werden.

next125 denkt Küche & Wohnen weiter zusammen
Was bei Schüller im breiten Küchenprogramm beginnt, wird bei next125 konsequent in Richtung hochwertiger Wohnraumgestaltung weitergedacht.
Auch hier spielt LumiQ eine wichtige Rolle. Arbeits- und Ambientelicht können in einem durchgängigen System geplant und auf unterschiedliche Lichtstimmungen abgestimmt werden.
Noch spannender finden wir aber die neuen Möbelkonzepte.
Ein neues Highboard, die Weiterentwicklung des Pocket-Systems und weitere Möbel- und Solitärlösungen zeigen, wie stark next125 die Grenzen zwischen Küche und Wohnraum inzwischen auflöst.
Damit ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten für Projekte, bei denen Küche, Essbereich und Wohnraum gemeinsam geplant werden. Gerade bei unseren hochwertigen Privatküchen ist diese Verbindung äußerst interessant.

Team 7: Ein Blick auf die Details
Zwischendurch lohnt sich auf einer Messe wie der Küchenmeile auch immer wieder der Blick auf Dinge, die nicht unbedingt als spektakuläre Neuheit angekündigt werden.
Bei Team 7 haben wir uns deshalb vor allem mit der Qualität und Materialität hochwertiger Möbel beschäftigt.
Echtholz, Verarbeitung, Materialübergänge und kleine konstruktive Details zeigen, wie viel Wirkung in einer konsequent ausgearbeiteten Gestaltung steckt.
Für uns sind solche Eindrücke vor allem Inspiration für den eigenen Blick auf hochwertige Küchen und Möbel: Welche Materialien funktionieren miteinander? Welche Details machen den Unterschied? Und wie lässt sich diese Wertigkeit in ganzheitliche Raumkonzepte übersetzen?

Gaggenau Expressive & Minimalistic: Qualität in zwei Designsprachen
Bei Gaggenau haben wir uns erneut mit der aktuellen Gerätewelt beschäftigt.
Mit der Serie Expressive setzt Gaggenau bewusst auf eine starke visuelle Präsenz. Die Geräte dürfen im Raum sichtbar werden und setzen unter anderem mit Edelstahl hinter Rauchglas und dem charakteristischen Doppelrahmen gestalterische Akzente.
Die Serie Minimalistic verfolgt dagegen einen nahezu entgegengesetzten Ansatz: Flächenbündige Integration, reduzierte Formensprache und möglichst wenig visuelle Ablenkung in zwei edlen Farbvarianten: Gaggenau Onyx und Sterling.

Gemeinsam haben die beiden Serien aber das neue Bedienkonzept aus dem innovativen neuen Bedienring und einem dezenten Display. Es sind also weniger die technischen Features als die Gestaltung, in der sich Expressive und Minimalistic unterscheiden.
Zum Sortiment gehören unter anderem Backöfen, Dampfbacköfen, Vakuumier- und Wärmeschubladen, Kochfelder und Kühlgeräte.
Gaggenau bleibt für uns eine der zentralen Optionen für hochwertige Individualprojekte, bei denen Geräte und Architektur eng aufeinander abgestimmt werden.

Software & Digitalisierung auf der area30
Ein Teil unseres Messebesuchs auf der area30 stand ganz im Zeichen von Software und Digitalisierung.
Besonders interessant fanden wir die Weiterentwicklung von KI-Funktionen in der Küchenplanung. Eine automatisierte Grundrisserkennung soll künftig dabei helfen, Grundrisse schneller zu erfassen und für die weitere Planung vorzubereiten.
Für uns ist das vor allem deshalb spannend, weil eine solche Funktion nicht die kreative und planerische Arbeit ersetzen soll. Sie kann vielmehr einen Schritt automatisieren, der heute noch Zeit kostet, aber für die eigentliche Gestaltung einer Küche vergleichsweise wenig Mehrwert bietet.
Genau an diesem Punkt sehen wir auch für unsere Arbeit großes Potenzial von KI: Wiederkehrende Arbeitsschritte könnten automatisiert werden, während mehr Zeit für die eigentliche Planung und die individuelle Beratung bleibt.
Auch die Prozesse rund um die Planung haben wir uns angesehen – von Anfrage und Aufmaß über Planung, Angebot und Auftrag bis zu Arbeitsvorbereitung, Bestellung, Montage und Abrechnung.
Entscheidend ist für uns, diese Abläufe möglichst durchgängig abzubilden und Doppelerfassungen zu vermeiden. Neue KI-Funktionen und Softwarelösungen werden wir deshalb weiter beobachten und testen, sobald sie für unsere Planung verfügbar sind.

Miele: Intelligente Geräte aber kein Strategiewechsel
Natürlich haben wir auch bei Miele nach den Neuheiten geschaut. Der Hersteller erfreut schließlich großer Beliebtheit bei vielen Kund:innen und wird daher nicht selten explizit nachgefragt.
Besonders interessant ist hier der neue G8 Diamond Geschirrspüler. Eine integrierte Kamera erkennt mithilfe von Bildverarbeitung und KI den Beladungsgrad und verschiedene Geschirrarten. Auf dieser Grundlage kann der Spülprozess automatisch angepasst werden.
Damit zeigt sich auch bei Miele ein Trend, der uns auf der diesjährigen Messe mehrfach begegnet: Geräte übernehmen zunehmend Entscheidungen, die bisher von ihren Nutzer:innen getroffen werden mussten.
Auch bei den Kochfeldern setzt Miele auf Automatisierung. Die neue KMDA-8000-Generation bringt M Sense mit, das die Leistung beim Kochen automatisch regeln kann.
Ergänzt wird das Ganze durch den KI-basierten CulinaryCoach in der Miele App.

Poggenpohl: Ein neues Kapitel mit Mollis
Einer der ausführlichsten Termine am zweiten Tag unserer diesjährigen Reise führte uns wieder zu Poggenpohl.
Im Mittelpunkt unseres etwa dreistündigen Austauschs mit unseren Ansprechpartnern beim traditionsreichen Küchenhersteller stand das neue Konzept Mollis by Poggenpohl.

Mollis by Poggenpohl
Mollis verfolgt einen modularen Ansatz mit runden und rechteckigen Inseln, verschiedenen Hochschranklösungen und niedrigeren Möbelvarianten.
Bei den Materialien kommen unter anderem ausgewählte Furniere, strukturierter Mattlack, Naturstein und Curled Stainless Steel zum Einsatz.
Auch die Planung soll digital und unkompliziert möglich sein: Über Smartphone, Tablet oder Computer.
Für uns ist das interessant, weil damit ein neuer Zugang zur Marke entstehen könnte. Poggenpohl bleibt im hochwertigen Segment positioniert, der Einstieg in das System wird aber modularer und damit möglicherweise einfacher.
Mollis könnte Poggenpohl von der absoluten Kenner- und Liebhaber-Marke zu einer breiteren Attraktivität verhelfen, ohne das Qualitätsversprechen zu verwässern. Wir sind sehr gespannt, wie sich die Marke in den kommenden Jahren entwickeln wird.

nobilia: Besonders interessant für das Objektgeschäft
Von Poggenpohl führte unser Weg direkt zu nobilia.
Hier liegt der Schwerpunkt für uns weniger auf der klassischen Privatküche, sondern vor allem auf dem Objektbereich.
Für die Kollektion 2027 gibt es zehn neue Fronten, davon sieben mit Anti-Fingerprint-Beschichtung. Hinzu kommen neue Farben und Holzdekore sowie die neue CADRA-Mikro-Rahmenfront.
Aber auch hier sind es weniger einzelne Fronten, die für uns entscheidend sind. Viel spannender ist die Frage, wie weit sich das Möbelsystem einsetzen lässt.
Denn nobilia denkt längst über die Küche hinaus: Garderoben, Wohnbereiche, Esszimmer, Hauswirtschaftsräume und weitere Stauraumlösungen gehören ebenfalls zum Programm.
Für Hammer Margrander Interior ergeben sich daraus interessante Möglichkeiten bei Mitarbeiterküchen, Aufenthalts- und Sozialräumen, kleineren Objektküchen und standardisierten Nebenräumen.
Auch das neue SILVA LED-System ist für uns durchaus interessant. Die Beleuchtung kann unabhängig von Stil, Programm oder Grifflösung eingesetzt werden und erweitert damit die Möglichkeiten, auch standardisierte Planungen atmosphärisch aufzuwerten.
Was wir von der Küchenmeile mitnehmen
Nach zwei intensiven Tagen bleiben bei uns vor allem einige größere Entwicklungen hängen.
Licht wird planbarer. Mit LumiQ bei Schüller und next125 wird Beleuchtung noch stärker Teil des eigentlichen Küchenentwurfs.
Möbel werden wohnlicher. next125 und nobilia zeigen, wie selbstverständlich Küchenmöbel inzwischen in andere Wohnbereiche übergehen können.
Technik wird zurückhaltender. Das V-ZUG CookTop V6000 Integra zeigt, wie weit die Integration von Geräten in die Architektur gehen kann.
Geräte werden intelligenter. Bei BORA, Miele und auch in der Planungssoftware übernimmt Technologie zunehmend Aufgaben, die bislang manuell erledigt wurden.
Und schließlich verändert sich auch die Positionierung einzelner Hersteller.
Poggenpohl versucht mit Mollis einen modulareren Zugang zum eigenen Premiumsegment. BORA entwickelt sich vom Spezialisten für Kochfeldabzüge zum Anbieter einer umfassenderen Gerätewelt. nobilia wird für uns gerade im Objektgeschäft interessanter.
Für uns bedeutet das nicht, bei jeder Neuheit sofort die große Revolution zu erwarten. Im Gegenteil: Die entscheidende Frage bleibt für uns immer, ob eine neue Lösung tatsächlich einen Mehrwert für unsere Kund:innen und unsere Planung schafft.
Genau dafür sind zwei Tage Küchenmeile da: Um die Entwicklungen früh zu sehen, sie einzuordnen und anschließend zu entscheiden, was davon in unserem Angebot einen Platz bekommt.
Wir sind gespannt, welche unserer Entdeckungen wir im kommenden Jahr bereits in unseren Küchenprojekten und in unserer Ausstellung wiederfinden werden.



